Neue Elemente im Spritzguss

Eine verblüffende Entwicklung zeichnet sich in der Gewinnung von Rohmaterialien für den Spritzguss ab. Während bisher die Spritzguss-Elemente aus reinen Kunststoffen hergestellt wurden, beschreiten findige Tüftler in den letzten vier bis fünf Jahren ganz neue Wege.

Nicht mehr nur Thermoplaste und thermoplastische Elastomere, sondern neue Mischformen sollen die Produkte leichter und widerstandsfähiger machen. Die Rede ist von Pflanzen. So sind erfolgreiche Versuche mit Hanf im Gange, aber auch andere Pflanzenarten scheinen brauchbare Fasern herzugeben.

Das Erstaunliche ist, dass die Hanffasern bis zu 50% der Kunststoff-Fasern ersetzen können und der benötigte Energieaufwand bei der Herstellung wesentlich geringer wird. Die aus dem Hanf extrahierte Zellulose lässt sich zu Fasern verarbeiten, die das Werkstück im Kunststoffverbund leichter machen und auch das Bruchverhalten verbessern.

Der so bearbeitete Kunststoff splittert nicht mehr. Aber auch Sisal, Banane, Flachs und eine spezielle Malvenart, das Kenaf, eignen sich hervorragend zur Verwertung. Inzwischen finden sich die Verbundkunststoffe in allen wichtigen deutschen Automarken. Diese sogenannten NFK, die naturfaserverstärkten Kunststoffe, bieten eine höhere Zugfestigkeit und geringere Kosten in der Herstellung.

Wer hätte vor 30 Jahren gedacht, dass der Trabi tatsächlich seiner Zeit weit voraus war?

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