Neues vom Spritzguss – jetzt auch mit Bioplastik

Die Spritzgussteile aus verschiedenen Kunststoffen werden in Umgebungen bzw. Maschinen eingesetzt, die zu ihrer Funktion gerade die ganz verschiedenen Eigenschaften dieser Kunststoffe benötigen.

Diese verschiedenen Eigenschaften sind es aber auch, die beim Gussverfahren selbst das Zusammenbringen beider Materialien erschweren. Daher müssen häufig unterschiedliche Arbeitsgänge oder sogar verschiedenartige Spritzgussmaschinen für die Herstellung eines Kunststoffspritzgussteils eingesetzt werden. Darüber haben wir in einigen unserer letzten News berichtet.Mischkunststoff im Spritzguss

Ganz andere Wege beschreiten manche Spritzgusshersteller jetzt aber bei der Art des Kunststoffs. Der neueste und sehr erfolgversprechende Ansatz liefert den Baustoff aus Brasilien. Von dort stammt nämlich das Zuckerrohr, das für eine neue Art von Bioplastik verwendet wird. Dieses Zuckerrohr stammt aus der vierten bis fünften Ernte an einer Pflanze und kann für die Erzeugung von Zucker nicht mehr lohnend weiterverarbeitet werden. Doch es lässt sich mit einem komplizierten Verfahren über Ethanol zu Polyethylen verarbeiten, dem sogenannten Green PE. Mit Hilfe eines sogenannten Compoundeurs wird das PE dann so umgearbeitet, dass es nahezu alle Eigenschaften von Polypropylen enthält. Mit diesem PP kann man ausgezeichnet Spritzgießen. Zwar ist das Green PE nicht kompostierbar, aber man kann es vollkommen recyceln. Der Produktionsprozess ist sicher und völlig reproduzierbar. Die Herstellungsmethode des PEs aus Zuckerrohr ist schon seit 2010 bekannt und umfasst mittlerweile 200.000 Tonnen im Jahr. Das deutsche Unternehmen, das mit dem bearbeiteten PE produziert, stellt daraus hauptsächlich Frischhalte- und Gefrierdosen her. Sie sind ausgezeichnet chemikalienbeständig und spülmaschinengeeignet. Die Methode hat ihren Preis. Noch kosten diese Dosen um einiges mehr als die herkömmlichen Kunststoffdosen, für die Erdöl eingesetzt wird. Doch die Hersteller hoffen auf umweltbewusste Verbraucher.