Der Kunststoff – von der Erfindung bis heute

In unserem letzten Newsbeitrag haben Sie erfahren, wie das wichtigste Rohmaterial der Welt gefunden wurde. Ja, man muss schon sagen „gefunden“, denn die wichtigsten Eigenschaften des Kunststoffs haben sich in der Natur selbst entwickelt. Im Naturkautschuk fanden sich Fähigkeiten, die die gesamte westliche Welt begeisterten – und die in den folgenden Jahrhunderten immer wichtiger für die technische Entwicklung wurden. Als dann durch die weltweiten Kriege der Handel mit Kautschuk zum Erliegen kam, begann der Wettlauf der Chemiker. Wer würde es als erster schaffen, ein künstliches Gummi Arabicum herzustellen, das in großen Mengen produziert werden könnte.

Kunststoff und Spritzguss, eine geniale Kombination

Aber nochmal zurück im Text. Das wichtigste Rohmaterial der Welt hatten wir gesagt. Stimmt denn das überhaupt? Wie steht es mit dem Holz, mit Stein und Zement, mit allen Metallen? Wir bei der Stocker Kunststoff GmbH sollten es ja eigentlich wissen. Schließlich produzieren wir seit über 60 Jahren erfolgreich Kunststoffteile aller Art. Unsere Kunden kommen aus allen Bereichen der Industrie und der Fertigung. Viele Tonnen Kunststoff verlassen jedes Jahr unsere Spritzgießerei in Untersteppach bei Edling. Und wir sind nur einer von vielen Betrieben dieser Art in Deutschland und der Welt. Ja, wir können es Ihnen bestätigen, ohne Kunststoffe käme unsere weltweite Zivilisation ganz schnell zum Erliegen.

Kunststoff findet heute unter anderem Verwendung als

  • Verpackung, Dämmung, Dichtung
  • Bodenbelag, Fenster- und Türenbau, Mobiliar
  • Isolierung, Kabel, Leitungen, Rohre
  • Reifen, Armaturen, Tanks, Schalter
  • Bekleidung, Tücher, Decken
  • Seifen, Harze, Lacke, Kleber
  • Geschirr, Spielzeug, Behälter, Flaschen

Bei aller Kritik, die man am gedankenlosen Umgang mit Kunststoff üben kann, sind wir trotzdem stolz darauf, unsere Rolle bei der Herstellung von präzise und preiswert produzierten Kunststoff-Elementen zu spielen.

Erfolgreiche Experimente

Seit Beginn der Massenproduktion von Kunststoff sind weltweit knapp neun Milliarden Tonnen Kunststoff produziert worden. All das hatte damit begonnen, dass die Eigenschaften der Elastizität, der Unempfindlichkeit gegen Wasser und der guten Beständigkeit gegen viele Säuren die Erfinder anregten, weitere Experimente durchzuführen. Herr Goodyear erfand die Umwandlung von Kautschuk in Gummi schon 1839. Mit dieser neuen Vulkanisation produzierte er zunächst Gummihandschuhe. Noch heute ist Goodyear einer der größten Reifenhersteller der Welt. In den nächsten 30 Jahren folgten die Entdeckung des Zelluloids (Filme, Tischtennisbälle), des Linoleums (Bodenbeläge) und des Schellacks. Der Urvater des Spritzgusses war John Hyatt, der 1872 die erste Spritzgussmaschine für Zelluloid entwickelte.

Die Wissenschaft entdeckt die Grundlagen

All diese Erfindungen geschahen mehr oder weniger experimentell. Die zugrunde liegenden chemischen Prinzipien wurden erst nach und nach entdeckt. 1912 wurde das PVC patentiert, aber erst ein paar Jahre später von der Firma Coroplast verarbeitet. PVC ist auch unter dem Namen Vinyl bekannt, das ist der Stoff, der den alten Schellack für die Produktion von Milliarden Schallplatten ablöste. Im späten 19. Jahrhundert war das Prinzip der Polymerisation der natürlichen Stoffe soweit verstanden worden, dass es sich künstlich reproduzieren ließ. Jedoch erst nach 1910 entdeckte Herrmann Staudinger die wahren Zusammenhänge der hochmolekularen Verbindungen aus langen Molekülen. Damit war die wissenschaftliche Grundlage entstanden, die man prinzipiell auf andere Verbindungen übertragen konnte. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden in Folge immer mehr unterschiedliche Kunststoffe erfunden. Die vernichtende Niederlage Deutschlands im zweiten Weltkrieg sorgte dafür, dass ein großer Teil der weltweiten Produktion sich dann zunächst in den USA abspielte.

In unserem nächsten Newsbeitrag werden wir Ihnen etwas mehr über die tatsächlichen chemischen Zusammenhänge der Kunststoffproduktion berichten.

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