PEEK – der Hochleistungskunststoff
Eigenschaften, Vorteile und Anwendungen von Polyetheretherketon
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–PEEK zählt zu den leistungsfähigsten Hochleistungskunststoffen und wird eingesetzt, wenn Standardkunststoffe und viele technische Kunststoffe an ihre Grenzen stoßen.
Der Werkstoff Polyetheretherketon (PEEK) gehört zur Familie der Polyaryletherketone (PAEK) und vereint außergewöhnliche Temperaturbeständigkeit, hohe mechanische Festigkeit sowie eine hervorragende chemische Resistenz. Dadurch eignet sich PEEK für Anwendungen, bei denen Bauteile über lange Zeiträume unter extremen Bedingungen zuverlässig funktionieren müssen.
Ob in der Luft- und Raumfahrt, der Medizintechnik, der Elektronikindustrie oder im Maschinenbau: PEEK wird überall dort eingesetzt, wo Sicherheit, Präzision und Langlebigkeit entscheidend sind. Trotz höherer Materialkosten kann der Werkstoff durch geringeren Verschleiß, längere Standzeiten und reduzierte Wartungsaufwände wirtschaftliche Vorteile bieten.
Was ist PEEK?
PEEK ist ein teilkristalliner Hochleistungskunststoff, der für extreme Temperatur-, Chemikalien- und Belastungsanforderungen entwickelt wurde.
Polyetheretherketon wird durch eine komplexe Polymerisation hergestellt und gehört zu den technisch anspruchsvollsten Thermoplasten. Seine Molekülstruktur verleiht dem Material eine außergewöhnliche Kombination aus thermischer Stabilität, chemischer Beständigkeit und mechanischer Belastbarkeit.
Während viele technische Kunststoffe bei hohen Temperaturen oder aggressiven Medien ihre Eigenschaften verlieren, bleibt PEEK auch unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen formstabil und leistungsfähig. Dadurch eignet sich der Werkstoff für Anwendungen, bei denen Zuverlässigkeit über viele Jahre hinweg gefordert ist.

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PEEK Kunststoff – Eigenschaften und typische Einsatzbereiche
PEEK eignet sich besonders für Bauteile, die dauerhaft hohen Temperaturen, mechanischen Belastungen oder aggressiven Medien ausgesetzt sind.
Der Werkstoff wird häufig eingesetzt, wenn Standardkunststoffe oder technische Thermoplaste die geforderten Leistungswerte nicht mehr erreichen. Gleichzeitig ermöglicht PEEK häufig den Ersatz von Metallbauteilen und damit erhebliche Gewichtseinsparungen.
Typische Anforderungen:
- hohe Dauerbelastung
- hohe Temperaturen
- chemische Beständigkeit
- Verschleißfestigkeit
- Maßhaltigkeit
- lange Lebensdauer
Typische Einsatzbereiche sind Lager, Dichtungen, Ventilsitze, Gehäuse, Implantate und hochbelastete Konstruktionsteile.
PEEK vereint außergewöhnliche Materialeigenschaften, die nur wenige Kunststoffe gleichzeitig bieten können.
Der Werkstoff bleibt auch unter thermischer und mechanischer Belastung stabil und zeichnet sich durch eine geringe Wasseraufnahme sowie eine hohe Dimensionsstabilität aus.
Wichtige Kennwerte:
- Dichte: ca. 1,30 g/cm³
- Dauergebrauchstemperatur: bis ca. 260 °C
- Schmelzpunkt: ca. 343 °C
- hohe Steifigkeit
- hohe Festigkeit
- sehr gute Kriechfestigkeit
- ausgezeichnete Verschleißbeständigkeit
Zusätzlich besitzt PEEK eine hervorragende Beständigkeit gegenüber vielen Säuren, Laugen, Lösungsmitteln sowie Dampf und heißem Wasser. Dadurch eignet sich das Material auch für anspruchsvolle Industrie- und Sterilisationsprozesse.
PEEK vs. PTFE, PA, POM und Metall
Die Wahl von PEEK erfolgt meist dann, wenn andere Kunststoffe oder sogar Metalle die geforderten Leistungswerte nicht dauerhaft erreichen.
Bei der Werkstoffauswahl stehen Konstrukteure häufig vor der Entscheidung zwischen mehreren technischen Kunststoffen oder klassischen Metallwerkstoffen. PEEK gehört zwar zu den kostenintensivsten Kunststoffen, bietet dafür aber Eigenschaften, die viele andere Werkstoffe nicht gleichzeitig erfüllen können.
Während PTFE vor allem für seine Gleiteigenschaften bekannt ist, überzeugt Polyamid (PA) durch hohe Festigkeit und Wirtschaftlichkeit. POM bietet eine gute Maßhaltigkeit und geringe Reibwerte, erreicht jedoch nicht die Temperaturbeständigkeit von PEEK. Gegenüber Metallen punktet PEEK insbesondere durch sein geringes Gewicht und seine Korrosionsbeständigkeit.
| Eigenschaft | PEEK | PTFE | PA | POM | Metall |
| Dauergebrauchstemperatur | sehr hoch | hoch | mittel | mittel | sehr hoch |
| Mechanische Festigkeit | sehr hoch | gering | hoch | hoch | sehr hoch |
| Verschleißfestigkeit | sehr hoch | gut | gut | sehr gut | hoch |
| Chemikalienbeständigkeit | sehr hoch | hervorragend | gut | gut | abhängig vom Werkstoff |
| Maßhaltigkeit | sehr hoch | mittel | gut | sehr gut | sehr hoch |
| Gewicht | sehr gering | sehr gering | gering | gering | deutlich höher |
| Korrosionsbeständigkeit | hervorragend | hervorragend | sehr gut | sehr gut | oft begrenzt |
| Materialkosten | hoch | mittel | niedrig | niedrig | stark abhängig |
Fazit: PEEK wird vor allem dann eingesetzt, wenn hohe Temperaturen, aggressive Medien, Verschleißbelastung und lange Lebensdauer gleichzeitig gefordert werden. Für weniger anspruchsvolle Anwendungen können technische Kunststoffe wie PA oder POM wirtschaftlich sinnvoller sein. Wenn Gewicht, Korrosionsbeständigkeit oder elektrische Isolation entscheidend sind, bietet PEEK häufig Vorteile gegenüber Metalllösungen.
PEEK-Varianten und Modifizierungen
PEEK ist in unterschiedlichen Werkstoffvarianten erhältlich und kann gezielt auf bestimmte Einsatzbedingungen abgestimmt werden. Je nach Anforderung an Festigkeit, Verschleißverhalten oder Temperaturbeständigkeit kommen unterschiedliche PEEK-Typen zum Einsatz. Durch Verstärkungen und Additive lassen sich die Eigenschaften nochmals deutlich erweitern.
Unverstärktes PEEK
Unverstärktes PEEK bietet die ausgewogenste Kombination aus mechanischen, thermischen und chemischen Eigenschaften. Es wird häufig für Präzisionsbauteile, Dichtungen und technische Komponenten eingesetzt.
Glasfaserverstärktes PEEK
Durch die Zugabe von Glasfasern steigt die Steifigkeit deutlich an. Gleichzeitig verbessert sich die Dimensionsstabilität bei höheren Temperaturen.
Typische Anwendungen:
- Gehäuse
- Strukturbauteile
- Präzisionskomponenten
Kohlefaserverstärktes PEEK
Carbonfaserverstärkte Varianten erreichen besonders hohe Festigkeiten und Steifigkeiten. Gleichzeitig verbessert sich das Verschleißverhalten.
Typische Anwendungen:
- Luftfahrtkomponenten
- Lager
- Hochleistungsmaschinenbau
- Metal-Replacement-Anwendungen
Tribologisch modifiziertes PEEK
Für Lager-, Führungs- und Gleitanwendungen werden spezielle PEEK-Typen mit Festschmierstoffen oder PTFE-Anteilen eingesetzt.
Typische Anwendungen:
- Gleitlager
- Führungen
- Verschleißteile
- Pumpenkomponenten
Die Auswahl der geeigneten PEEK-Variante erfolgt immer anhand der späteren Belastungen, Temperaturen und Umgebungsbedingungen.

Vorteile und Nachteile von PEEK
Vorteile
PEEK gehört zu den leistungsfähigsten Thermoplasten und kombiniert Eigenschaften, die nur wenige Kunststoffe gleichzeitig bieten können.
Der Werkstoff wird vor allem dort eingesetzt, wo lange Lebensdauer, hohe Belastbarkeit und Prozesssicherheit gefordert sind. In vielen Anwendungen kann PEEK andere technische Kunststoffe oder sogar Metallbauteile ersetzen.
Vorteile von PEEK:
- sehr hohe Temperaturbeständigkeit
- ausgezeichnete chemische Beständigkeit
- hohe mechanische Festigkeit
- hervorragende Verschleißfestigkeit
- geringe Wasseraufnahme
- hohe Maßhaltigkeit
- gute elektrische Isolationseigenschaften
- sehr gute Sterilisierbarkeit
- hohe Strahlenbeständigkeit
- geringes Gewicht im Vergleich zu Metall
Gerade in sicherheitsrelevanten Anwendungen profitieren Unternehmen von der langfristigen Stabilität des Materials. Die hohe Zuverlässigkeit kann Wartungsintervalle verlängern und Ausfallzeiten reduzieren.
Nachteile
Die außergewöhnliche Leistungsfähigkeit von PEEK geht mit höheren Material- und Verarbeitungskosten einher.
Aus wirtschaftlicher Sicht ist PEEK deshalb nicht für jede Anwendung die optimale Wahl. Häufig reicht ein technischer Kunststoff wie POM, PA oder PPS aus, um die Anforderungen zu erfüllen.
Nachteile von PEEK:
- hoher Materialpreis
- aufwendige Verarbeitung
- hohe Verarbeitungstemperaturen
- spezielle Maschinenanforderungen
- längere Werkzeugauslegung und Prozessoptimierung
- für einfache Anwendungen oft überdimensioniert
Die Werkstoffauswahl sollte deshalb immer auf den tatsächlichen Einsatzbedingungen basieren. Dort, wo Standardmaterialien bereits alle Anforderungen erfüllen, lässt sich häufig eine wirtschaftlichere Lösung finden.
Anwendungen von PEEK
Maschinenbau
Chemie- und Verfahrenstechnik
Luft- und Raumfahrt
Medizintechnik
Elektro- und Elektronikindustrie

Verarbeitung von PEEK
Die Verarbeitung von PEEK stellt deutlich höhere Anforderungen als die Verarbeitung von Standardkunststoffen.
Aufgrund der hohen Schmelztemperatur und der besonderen Materialeigenschaften sind speziell ausgelegte Maschinen, Werkzeuge und Prozessparameter erforderlich. Gleichzeitig ermöglicht die kontrollierte Verarbeitung die Herstellung hochpräziser Bauteile mit ausgezeichneten Eigenschaften.
Typische Verarbeitungsverfahren:
- Spritzgießen
- Extrusion
- CNC-Bearbeitung von Halbzeugen
- Pressverfahren
- Additive Fertigung (spezielle Anwendungen)
Typische Prozessparameter
- Schmelztemperatur: ca. 360-400 °C
- Werkzeugtemperatur: ca. 160-220 °C
- hohe Anforderungen an die Temperaturführung
- kontrollierte Abkühlung zur Optimierung der Kristallinität
Eine präzise Prozessführung ist entscheidend, da sie maßgeblich die späteren Eigenschaften des Bauteils beeinflusst.
Nachhaltigkeit und Recycling
Recyclingfähigkeit
PEEK ist grundsätzlich recycelbar und kann in vielen industriellen Anwendungen erneut verarbeitet werden.
Im Vergleich zu Massenkunststoffen fallen die Recyclingmengen zwar deutlich geringer aus, dennoch gewinnt die Wiederverwertung von PEEK zunehmend an Bedeutung. Insbesondere Produktionsabfälle, Späne aus der CNC-Bearbeitung und sortenreine Reststoffe eignen sich für die Aufbereitung zu Regranulaten oder Rezyklaten.
Durch die hohe Wertigkeit des Materials ist die Wiederverwendung wirtschaftlich oft attraktiv. Viele Unternehmen führen PEEK-Reststoffe deshalb gezielt in den Materialkreislauf zurück.
Mögliche Recyclingformen:
- Wiederverarbeitung von Produktionsresten
- Regranulate für technische Anwendungen
- Wiederverwendung von Bearbeitungsspänen
- werkstoffliches Recycling
Die tatsächlichen Einsatzmöglichkeiten hängen jedoch von den Anforderungen an die Materialeigenschaften und die spätere Anwendung ab.
Herausforderungen und Ressourceneffizienz
Die größte Herausforderung beim Recycling von PEEK liegt in den hohen Qualitätsanforderungen vieler Anwendungen.
In Bereichen wie Medizintechnik, Luftfahrt oder Hochleistungsmaschinenbau müssen Werkstoffe oft exakt definierte Eigenschaften aufweisen. Deshalb wird dort häufig Neuware eingesetzt. Für weniger kritische Anwendungen können jedoch Recyclingmaterialien eine sinnvolle Alternative darstellen.
Gleichzeitig trägt PEEK bereits durch seine lange Lebensdauer zur Ressourcenschonung bei. Bauteile müssen seltener ersetzt werden, Wartungsintervalle verlängern sich und die Gesamtbetriebskosten können sinken.
Viele Unternehmen betrachten PEEK daher nicht nur als Hochleistungswerkstoff, sondern auch als langfristig nachhaltige Lösung für besonders anspruchsvolle Anwendungen.
Häufig gestellte Fragen zu PEEK
Was ist PEEK?
Wofür wird PEEK verwendet?
Welche Temperatur hält PEEK aus?
Ist PEEK besser als PTFE?
Kann PEEK Metall ersetzen?
Ist PEEK chemikalienbeständig?
Ist PEEK für medizinische Anwendungen geeignet?
Kann PEEK recycelt werden?
Warum ist PEEK so teuer?
Wann lohnt sich der Einsatz von PEEK?
Verwandte Themen
Weiterführende Informationen:
- Hochleistungskunststoffe
- Polypropylen (PP)
- Polystyrol (PS)
- Rezyklat
- Spritzgießen
- Extrusion
- Kunststoffentwicklung
- CNC-Bearbeitung von Kunststoffen
- Metallersatz durch Kunststoffe
Quellen
- PlasticsEurope – Europäischer Verband der Kunststoffhersteller mit Informationen zu Werkstoffen, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft.
- Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV), RWTH Aachen – Forschung zu Kunststoff-Werkstoffen, Verarbeitungstechnologien und Recycling.
- RWTH Aachen – IKV Forschungsprofil – Informationen zu Materialentwicklung, Konstruktion und Verarbeitung von Kunststoffen.
- CAMPUS Kunststoffdatenbank – Werkstoffdatenbank mit Kennwerten zahlreicher technischer Kunststoffe.
- GKV Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e. V. – Brancheninformationen zur Kunststoffverarbeitung in Deutschland.
- Victrex PEEK Polymers – Technische Informationen zu PEEK, Materialeigenschaften und Anwendungsbereichen.
- Plastics Recyclers Europe – Informationen zu Kunststoff-Recycling und Kreislaufwirtschaft in Europa.
- Kunststoff-Handbuch (Hanser Verlag) – Standardwerk zu Thermoplasten, Hochleistungskunststoffen und Verarbeitungstechnologien.
- Brydson’s Plastics Materials (Elsevier) – Fachliteratur zu Struktur, Eigenschaften und Anwendungen technischer Kunststoffe.
- Engineering Thermoplastics Handbook – Nachschlagewerk zu Hochleistungs-Thermoplasten und deren Verarbeitung.
Kontakt
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