Natürliche Kunststoff-Entsorgung

Wir hatten das Thema des Kunststoff-Recyclings schon erwähnt. Diese zukunftsträchtige Industrie macht weiterhin gute Fortschritte, steht aber technisch vor riesigen Herausforderungen. Jetzt kommt Hilfe aus der Natur.

Sei es die Problematik der Verbundkunststoffe oder das Prinzip des Qualitätsverlustes beim Recycling, die Wiederverwertung als Werkstoff ist nicht leicht. Das gilt natürlich besonders in den Regionen dieser Welt, die nicht über eine derart fortschrittliche industrielle Infrastruktur verfügen wie z.B. Deutschland. Also wird weiterhin fieberhaft nach Möglichkeiten gesucht, Kunststoffe mit wenig Aufwand entsorgen zu können, ohne die Natur noch weiter zu belasten. Ein ganz überraschender Ansatz ist jetzt per Zufall entdeckt worden.

Es gibt da offensichtlich eine Raupe, die Kunststoff auflöst und verdaut. Die Larve der „Großen Wachsmotte“ wurde bisher von Anglern als Köder geschätzt und von Imkern gefürchtet, denn sie frisst die Wabenwände und sogar das klebende Wachs der Honigbiene. Eine Imkerin mit wissenschaftlicher Neigung schmiss einige erwischte Larven erbost in eine Kunststofftüte, um dann später Löcher darin zu entdecken. Die alarmierten Wissenschaftler in Spanien gingen der Sache auf den Grund.

Und tatsächlich, 100 Larven verdauten binnen 12 Stunden 92 Milligramm an PE. Dieser Wert liegt etwa 4000 Mal so hoch wie der Verzehr der bisher effektivsten Bakterien. Da die Forscher nicht nur mit lebenden Larven, sondern auch mit einer pürierten Masse von Larven ähnliche Erfolge erzielten, nimmt man nun an, dass ein bestimmtes Enzym der Larve hierfür verantwortlich zeichnet. Dieses muss jetzt gefunden werden.

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