Die Zukunft im Spritzguss

In unseren Newsbeiträgen haben wir Sie schon über so manches Interessante aus dem Spritzguss informiert. Obwohl wir mit der Stocker Kunststoff GmbH sicher eher zu den klassischen Spritzguss Unternehmen zählen, müssen wir uns in jedem Fall über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Zukunft im Spritzguss | StockerGerade in der Fertigung von Teilen aus Kunststoff drängen immer neue Produktionsmethoden auf den Markt. Wer hätte noch nicht von den Prothesen und bald sogar Organen gehört, die mit raffinierter 3D Technologie entstehen. Beim modernen Zahnarzt druckt das Gerät sogar ihre Zahnkrone, während Sie im Zahnarztstuhl warten. Aber auch beim Spritzguss erfahren wir fast täglich von neuen Ideen.

 

Haben wir eben nicht noch von Kunststoff gesprochen? Ein neu entwickeltes Verfahren ist soeben vorgestellt worden, dessen Erfinder jetzt Unterstützung aus dem Bereich der Industrie suchen. Wie so oft in Deutschland handelt es sich hierbei um eine Forschungsgruppe an einer Universität. Am Lehrstuhl für Fluid-Mechatronische Systemtechnik der TU Dresden in Zusammenarbeit mit der PSK Ingenieurgesellschaft Erfurt haben die Forscher ein faszinierendes neues Material vorgestellt und getestet. Die Ausgangslage bestand darin, dass die Wissenschaftler Wege suchten, um Hochleistungsmagnete in der Ventiltechnik einzusetzen, deren Herstellungsprozesse allerdings extrem beschleunigt und verbilligt werden sollten.

Im Ergebnis entwickelten die Forscher neue Verbundwerkstoffe, die magnetische Eigenschaften in Kunststoffe auf Polymerbasis integrieren. Diese neuen Verbundstoffe lassen sich auch mit dem Spritzguss oder dem Spritzprägen verarbeiten und nach dem Gießen in eine erfolgreiche Verhärtung überführen. Dazu wurden weichmagnetische Komponenten von Eisen und bestimmten Legierungen per Extrusion in Polymere eingearbeitet und dann erfolgreich zu Kunststoffhalbzeugen gespritzt. Das Erstaunliche gelang. In den fertig produzierten und ausgehärteten Gießlingen lag bei magnetischen Feldstärken von mehreren 10.000 Ampere pro Meter eine derart hohe Flussdichte an, dass die Anker in den Ventil-Aktoren an Ort und Stelle gehalten werden konnten. Fast noch wichtiger für das Erreichen der eigentlichen Ziele war jedoch der Nachweis, dass diese neuen Polymerkomposite trotz der hohen Anteile der magnetischen Komponenten mindestens die Hälfte der Festigkeit des ursprünglichen Polymers aufwiesen und selbst im Wasser eine ausreichende chemische Beständigkeit zeigten. Das mag für manche jetzt sicher ein wenig nach Fachchinesisch klingen, doch wenn man es ganz einfach zusammenfasst, bedeuten diese Versuche nichts anderes als die Herstellung extrem leistungsfähiger Magnete in einer Verbindung aus Kunststoff und Metall für die Massenproduktion beim Spritzguss.